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Temperatur­messung in starken elektro­magnetischen Feldern

INNO Anwendungstechnik Aktualisiert am 10.09.2026 8 Min. Lesezeit

Sehen Sie sich Punktmessungsoptionen, optische Signalpfade und Anwendungsfragen für Umgebungen mit starken elektromagnetischen Feldern an.

Temperaturmessung in starken elektromagnetischen Feldern

In starken elektromagnetischen Feldern muss der elektrische Messkreis ausreichend gegen Störungen geschützt sein oder an der Messstelle durch einen optischen Signalweg ersetzt werden. Widerstandsthermometer und Thermoelemente bleiben in vielen Anlagen geeignet. Ihre leitfähigen Anschlüsse und kleinen elektrischen Messsignale erfordern jedoch eine abgestimmte Schirmung, Erdung und Leitungsführung.

Fluoreszenz­basierte punktförmige faseroptische Temperatur­sensoren nutzen einen optischen Erfassungspfad ohne elektrisches Messsignal am Sondenstandort.

Für Hochspannungs-, HF-, Mikrowellen-, Transformator­wicklungs-, Generator- und starke Magnetfeldanwendungen wird die optische Erfassung häufig in Betracht gezogen, wenn elektrische Isolierung und Widerstands­fähigkeit gegen elektro­magnetische Störungen wichtig sind.

Optionen zur Temperatur­messung in starken elektro­magnetischen Feldern

MethodeSignaltypEMI-EmpfindlichkeitElektrische IsolierungTypische Verwendung
Faseroptischer Temperatur­sensorOptischSehr niedrig im optischen PfadHochDirekte Punktmessung in elektrisch sensiblen Umgebungen
PT100 / RTDElektrischer WiderstandHängt von der Verkabelung und Instrumentierung abHängt von der Installation abIndustrieanlagen, Maschinen, Trocken­transformator­überwachung
ThermoelementNiedrige elektrische SpannungHängt von der Abschirmung und Verkabelung abHängt von der Installation abIndustrielle Prozess- und Hochtemperatur­messung
InfrarotOptisch / berührungslosNicht beeinträchtigt durch leitungsgebundenes elektrisches Rauschen am Erfassungs­punktJaBegehbare Oberflächenmessung
Thermisches ModellBerechnetKein physischer Punktsensor N/AGeschätzte Gerätetemperatur

Warum starke elektro­magnetische Felder die Temperatur­messung beeinflussen können

EMI verändert nicht nur die physikalische Temperatur – sie wirkt sich hauptsächlich auf das elektrische Sensorsignal, die Verkabelung, die Datenerfassung, die Erdung und die Signalaufbereitung aus.

Zu den häufigsten Störquellen gehören Hochstrom, Schaltgeräte, Transformatoren, Generatoren, Motoren, Sammelschienen, HF-Sender, Mikrowellensysteme und Hochspannungs­prüfgeräte.

Zu den Auswirkungen können instabile Messwerte, induziertes Rauschen, Messdrift und Kommunikations­störungen gehören. In diesen Umgebungen versagen nicht alle elektrischen Sensoren – das Ergebnis hängt davon ab, wie die Messschleife gestaltet ist.

Methode 1: faseroptische Temperatur­messung

Die faseroptische Temperatur­messung nutzt einen optischen Pfad zwischen dem Messpunkt und dem Auswertegerät. Zu den Hauptmerkmalen gehören kein elektrisches Signal am Erfassungs­punkt, eine nicht leitende optische Faser, elektrische Isolierung und EMI-/RFI-Störfestigkeit entlang des Erfassungs­pfads – wodurch es für Punktmessungen an elektrisch empfindlichen Orten geeignet ist.

ParameterTypischer Wert
Temperatur­bereich-40 bis 260 °C
Genauigkeit±0,5 bis ±1 °C
Reaktionszeit<1 s
SondendurchmesserUngefähr 2–3 mm
FaserlängeKonfiguriert nach Installationsabstand

Genaue Spezifikationen hängen von der Sondenkonfiguration ab.

Methode 2: PT100 / RTD-Messung

PT100-Sensoren werden häufig in Elektro- und Industriegeräten eingesetzt und bieten eine vertraute Industrieschnittstelle, umfassende Unterstützung durch SPS und Temperatur­regler, Eignung für viele herkömmliche Installationen und eine Reihe verfügbarer Sondenkonstruktionen.

In EMI-Umgebungen umfassen Überlegungen die Leitungsführung, Abschirmung, Erdung, 3-Draht- oder 4-Draht-Anordnungen, Instrumenteneingangsdesign und ggf. Isolierung.

PT100 kann in elektrisch verrauschten Umgebungen eingesetzt werden, die gesamte elektrische Messschleife muss jedoch korrekt ausgelegt sein.

Methode 3: Thermoelementmessung

Thermoelemente werden häufig dort eingesetzt, wo ein breiter Temperatur­bereich, Hochtemperatur­fähigkeit und industrielle Prozessmessung wichtig sind.

In Umgebungen mit starker elektro­magnetischer Strahlung sind unter anderem das thermoelektrische Signal mit niedrigem Pegel, die Auswahl des Verlängerungskabels, die Abschirmung, die Erdung, die Kabelführung und die Signalaufbereitung zu berücksichtigen.

Thermoelemente können effektiv sein, wenn die elektrische Installation und das Erfassungs­system auf die Umgebung ausgelegt sind.

Methode 4: Infrarot- und berührungslose Temperatur­messung

Die Infrarotmessung vermeidet direkten elektrischen Kontakt mit dem Ziel und eignet sich daher für zugängliche Oberflächen wie Sammelschienenoberflächen, Klemmen, Maschinenoberflächen und offene Geräte.

Zu den Einschränkungen gehören die Notwendigkeit einer Sichtverbindung, die auf die Oberflächentemperatur beschränkte Messung, die Unfähigkeit, die Temperaturen der inneren Wicklung direkt zu sehen, und die Empfindlichkeit gegenüber Emissionsgrad und Oberflächenzustand.

Wenn die faseroptische Temperatur­messung besonders nützlich ist

Transformator­wicklungen
Direkte Punktmessung im Inneren elektrisch beanspruchter Wicklungs­strukturen.

Generator- und Motorwicklungen
Nützlich, wenn starke elektro­magnetische Felder Stator- oder Wicklungs­messpunkte umgeben.

Hochspannungs­prüfgeräte
Bietet einen elektrisch isolierten Pfad zwischen dem Erfassungs­punkt und dem Auswertegerät.

HF-Ausrüstung
Vermeidet leitfähige Sensorverkabelung am Messort.

Mikrowellenerwärmung
Nützlich für die Messung ausgewählter Punkte innerhalb oder in der Nähe von Mikrowellenenergiefeldern.

MRT und starke Magnetfelder
Nichtleitende und nichtmetallische Sondenoptionen können die Temperatur­messung in stark magnetischen Umgebungen unterstützen.

So wählen Sie einen Temperatur­sensor für eine Umgebung mit hoher elektro­magnetischer Strahlung aus

AuswahlfaktorWas Sie überprüfen solltenAuswahlrichtung
Temperatur­bereichErwartete Mindest- und HöchsttemperaturPassen Sie die Sonden-/Sensor­konstruktion an den Bereich an
Elektrische IsolierungIst der Messpunkt unter Spannung oder liegt in der Nähe Hochspannung?Erwägen Sie einen optischen Erfassungspfad, wenn eine leitende Signalverkabelung unerwünscht ist
Feldstärke / EMI-PegelBefindet sich der Sensor in einem HF-, Mikrowellen- oder starken Magnetfeld?Bevorzugen Sie eine Erfassungs­methode, die nicht von der Übertragung schwacher elektrischer Signale abhängig ist
SondengrößeVerfügbarer Platz am Erfassungs­punktWählen Sie eine Sondengeometrie aus, die zum Standort passt
MessortIntern, extern, zugänglich oder geschlossenBestimmt, ob kontaktbehaftete oder berührungslose Erkennung angewendet wird
Kabel-/Glasfaser-RoutingEntfernung und Weg vom Erfassungs­punkt zum InstrumentPlanen Sie die tatsächliche Route, nicht die Luftlinie
Anzahl der Erfassungs­punkteWie viele Standorte müssen überwacht werdenBestimmen Sie die Kanalanzahl und die Instrumentenarchitektur
AuswertegerätKompatibilität mit SensortypBestätigen Sie den vom Instrument unterstützten Eingabetyp
Erforderliche AusgabeRS485, Modbus, 4–20 mA, Relais, DisplayPassen Sie die Instrumentenausgabe an die Anforderungen des Steuerungssystems an

Sondenplatzierung und -führung in elektro­magnetischen Umgebungen

Bei der Installationsplanung sollten der Erfassungs­punkt, der Sondensitz, die Faser- oder Kabelroute, der Abstand zum Instrument, der mechanische Schutz, die Durchführung, der Biegeradius und gegebenenfalls die Trennung von Stromleitern berücksichtigt werden.

Für viele Geräteinstallationen sind 3–5 m eine praktische Anfangsfaserlänge, obwohl die endgültige Länge der tatsächlichen Route folgen sollte. Wählen Sie die Länge nicht nur aus der geradlinigen Entfernung aus.

Einzelpunkt- oder Mehrpunkt-Temperatur­überwachung

Eine Punktsonde misst einen definierten Ort. Für mehrere Messpunkte werden mehrere Sonden und Kanäle an ein Mehrkanal-Überwachungs­gerät angeschlossen.

AnwendungTypische Überwachungslogik
TransformatorMehrere Wicklungs­punkte zu einem Mehrkanal­instrument
GeneratorAusgewählte Stator-/Wicklungs­punkte über Phasen hinweg
SchaltanlagenWichtige Verbindungspunkte pro Schrank oder Paneel
SammelschieneAusgewählte Verbindungs- oder Verbindungsstellen
PrüfstandDurch das Testobjekt und die Prozedur definierte Punkte
MikrowellenausrüstungPunkte innerhalb oder in der Nähe des Energiefeldes
Hochspannungs­laborPunkte auf oder in der Nähe des Testobjekts

Wie Temperatur­daten SPS oder SCADA erreichen

Der typische Signalpfad ist: Sensor / Sonde → Auswertegerät → Kommunikation oder Analogausgang → SPS / SCADA.

Je nach ausgewähltem Auswertegerät umfassen die allgemeinen Ausgänge RS485, Modbus RTU, 4–20 mA, Alarmrelais und lokale Anzeige.

Passen Sie den Sensor an das Feld und den Messort an

AnwendungGlasfaserPT100ThermoelementInfrarotHauptüberlegung
Transformator­wicklungOft bevorzugtHängt von der Installation abHängt von der Installation abNur OberflächenmessungPotentiale Trennung an der Wicklung
Trocken­transformatorOft bevorzugtAllgemeine OptionHängt von der Installation abNur OberflächenmessungEMI-Pegel und Spannungsnähe
GeneratorstatorOft bevorzugtAllgemeine OptionHängt von der Installation abNur OberflächenmessungStarkes elektro­magnetisches Feld
SchaltanlagenAllgemeine OptionAllgemeine OptionAllgemeine OptionAnwendungsspezifischNähe zu unter Spannung stehenden Teilen
SammelschienenanschlussOft bevorzugtHängt von der Installation abHängt von der Installation abAnwendungsspezifischHohe Strom-/Spannungsnähe
HF-AusrüstungOft bevorzugtHängt von der Installation abHängt von der Installation abNur OberflächenmessungNichtleitender Erfassungspfad
MikrowellenerwärmungOft bevorzugtHängt von der Installation abHängt von der Installation abNur OberflächenmessungFeldinteraktion mit konduktiven Sensoren
MRTOft bevorzugtHängt von der Installation abHängt von der Installation abAnwendungsspezifischStarke Magnetfeldkompatibilität
Hochspannungs­prüfungOft bevorzugtHängt von der Installation abHängt von der Installation abAnwendungsspezifischIsolation vom Testobjekt
IndustriemaschinenHängt von der Installation abAllgemeine OptionAllgemeine OptionAnwendungsspezifischMachbarkeit herkömmlicher Verkabelung
LaborprüfstandAllgemeine OptionAllgemeine OptionAllgemeine OptionAnwendungsspezifischFlexibilität und vorhandenes Setup

Typische Auswahlbeispiele

Transformator­wicklung
Wichtige Überlegungen: direkte Innentemperatur, elektrische Isolierung, Sondendurchmesser, Faserführung, Anzahl der Punkte und Mehrkanal­überwachung.

Generatorstator
Wichtige Überlegungen: starkes elektro­magnetisches Feld, Sondenplatzierung, Anzahl der Wicklungsorte, Faserroute und Überwachungskanäle.

Schaltanlage / Sammelschiene
Wichtige Überlegungen: Anschlusspunkttemperatur, Sensorbefestigung, Schrankführung, Mehrpunkt­überwachung und SPS/SCADA-Ausgabe.

HF-/Mikrowellenausrüstung
Wichtige Überlegungen: nichtleitende Messung, Sondenmaterial, Temperatur­bereich, Faserroute außerhalb des Feldes und Gerätestandort.

Hochspannungs­testlabor
Wichtige Überlegungen: Isolierung, Testobjekt, Sondengröße, Faserlänge, sicherer Gerätestandort und Ausgangs­anforderungen.

Checkliste zur Temperatur­messung bei starken elektro­magnetischen Feldern

  • Was ist der Temperatur­bereich?
  • Wo ist der eigentliche Erfassungs­punkt?
  • Ist der Punkt unter Spannung?
  • Ist eine starke EMI/RFI vorhanden?
  • Ist HF- oder Mikrowellenenergie vorhanden?
  • Ist ein starkes Magnetfeld vorhanden?
  • Ist ein konduktiver Sensor akzeptabel?
  • Wie viel Platz steht für die Sonde zur Verfügung?
  • Welche Routingentfernung ist erforderlich?
  • Wie viele Temperatur­punkte müssen überwacht werden?
  • Ist eine lokale Anzeige erforderlich?
  • Ist RS485 / Modbus erforderlich?
  • Sind 4–20 mA erforderlich?
  • Sind Alarmrelaisausgänge erforderlich?
  • Ist eine SPS-/SCADA-Integration erforderlich?

Häufige Missverständnisse über die Temperatur­messung in starken elektro­magnetischen Feldern

„Jeder elektrische Temperatur­sensor versagt in einem starken elektro­magnetischen Feld.“ Falsch. Elektrische Sensoren können funktionieren, wenn Verkabelung, Abschirmung, Erdung und Instrumentierung richtig ausgelegt sind.

„Faseroptische Sensoren sind nur für Transformatoren geeignet.“ Sie werden auch in Generatoren, HF-, Mikrowellen-, MRT-, Hochspannungs­tests und anderen elektrisch empfindlichen Umgebungen verwendet.

„EMI verändert den tatsächlichen Temperatur­messwert am Sensor.“ Das Problem liegt häufig eher in Signalstörungen als in einer Änderung der physikalischen Temperatur selbst.

„Infrarot kann interne Temperatur­sensoren ersetzen.“ Infrarot ist nützlich für zugängliche Oberflächen, kann jedoch ohne Sichtverbindung keine verborgenen internen Punkte messen.

„Ein Sensortyp ist für jede Anwendung mit hoher EMI geeignet.“ Temperatur­bereich, Sondengeometrie, elektrische Isolierung und Überwachungsarchitektur müssen noch berücksichtigt werden.

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Senden Sie uns Ihren Gerätetyp, den Messort, den Temperatur­bereich, die Anzahl der Messpunkte, die Faserlänge und die Anforderungen an die Überwachungsschnittstelle:

  • Gerätetyp
  • Temperatur­bereich
  • Messpunkt
  • EMI-/HF-/Hochspannungs­umgebung
  • Erforderliche Sondengröße
  • Faserlänge
  • Kanalmenge
  • Anforderungen an RS485/Modbus/Analog/Relais

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Häufige Fragen

Welcher Temperatur­sensor eignet sich am besten für starke elektro­magnetische Felder?+

Es gibt keinen einzigen besten Sensor für jeden Fall. faseroptische Sensoren werden oft in Betracht gezogen, wenn elektrische Isolierung und Widerstands­fähigkeit gegen elektro­magnetische Störungen Priorität haben, während PT100 oder Thermoelemente ihre Gültigkeit behalten, wenn die elektrische Messschleife richtig ausgelegt ist.

Wie resistent ist die faseroptische Temperatur­messung gegenüber elektro­magnetischen Störungen?+

Der optische Erfassungspfad weist eine hohe Beständigkeit gegen elektro­magnetische Störungen auf, da er kein elektrisches Messsignal mit niedrigem Pegel überträgt. Das Überwachungs­gerät und seine Strom- und Kommunikations­verkabelung erfordern weiterhin eine geeignete Installation und einen geeigneten Schutz.

Können PT100-Sensoren in Umgebungen mit hoher elektro­magnetischer Strahlung funktionieren?+

Ja, wenn Verkabelung, Abschirmung, Erdung und Instrumentierung auf die Umgebung ausgelegt sind. Die gesamte Messschleife, nicht nur der Sensor, bestimmt die Leistung.

Können Thermoelemente in der Nähe von Hochspannungs­geräten verwendet werden?+

Ja, in vielen Anwendungen, sofern Isolierung, Verkabelung und Kabelführung entsprechend ausgelegt sind. Standorte, die einen nicht leitenden Messpfad erfordern, bevorzugen möglicherweise stattdessen die faseroptische Erfassung.

Wie wird die Temperatur in Transformator­wicklungen gemessen?+

Bei der Direktmessung werden typischerweise eingebettete Sonden wie faseroptische Punktsensoren verwendet, die während der Transformator­herstellung installiert werden. Auch indirekte Methoden wie thermische Modelle basierend auf Öltemperatur und Laststrom werden häufig verwendet.

Können faseroptische Temperatur­sensoren in Mikrowellenfeldern eingesetzt werden?+

Ja. Da der Erfassungspfad optisch und nicht leitend ist, kann er bei oder in der Nähe von Mikrowellenenergiefeldern positioniert werden, ohne dass ein leitender Signalpfad erforderlich ist.

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